Sicherheit und Vorschriften

Sicherheit und Vorschriften

Einführung

Wer in den Segelrevieren der „Vier Ecken der südlichen Ostsee“ unterwegs ist, befährt sowohl Innengewässer, wie Bodden und Haffs, Küsten und die offene See. Daher sollten nur seetüchtige Boote und erfahrene Segler die Törns unternehmen. Man sollte sich gut vorbereiten, die Reviere vorher genau studieren und aktuelle Seekarten besorgen. Wettervorhersagen sollten für jeweils 3 Tage im voraus berücksichtigt werden. Besonders gefährlich kann es werden, wenn nicht ausreichend Zeit eingeplant wird und unter Zeitdruck gefahren wird, wenn es sicherer wäre im Hafen zu bleiben. Aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Gewässerformen – zu denen auch Flachgewässer, wie Haffs und Bodden gehören, ist außerdem immer auf den möglichen Tiefgang zu achten. Um die Hinweise der Seekarten zu ergänzen, sollte man unbedingt auch mit einheimischen Seglern und den Hafenmeistern sprechen. Das gesamte Segelrevier ist anspruchsvoll und besitzt einige besondere Gefahrenstellen, die berücksichtigt werden müssen.

Bornholm (Dänemark)

Auf Bornholm muss man besonders im Norden der Insel mit magnetischen Störungen rechnen. Daher reicht der Kompass hier allein zur Navigation nicht aus. Außer im Süden und Südosten begegnet man überall einer Felsenküste. Bei starken Westwinden ist die felsige Westküste so gefährlich, das auch Berufsschiffe sich östlich zurückziehen, den Anker werfen und warten, bis das Wetter sich geändert hat. Jährlich stranden bis zu 50 Yachten vor Bornholm, daher sollte man die Gefahr äußerst ernst nehmen. Außer im Hafen von Rønne, sind die Betonnungsfeuer nachts in allen Häfen gelöscht. Aus diesem Grund und wegen der Felsenküste sollten sie nur bei Tag angefahren werden. Die Häfen von Neksø und Tejn sind beschränkt nachts anzulaufen. Außerdem sind die militärischen Schießgebiete bei Bornholm zu beachten. Die Durchfahrt ist normalerweise nicht verboten, aber man sollte sie zügig und mit Vorsicht durchfahren. Den Anweisungen von Warnfahrzeugen ist unbedingt Folge zu leisten. Signale sind an Land 1 roter Ball an einem Mast, an Wachfahrzeugen bei Tag 3 rote Bälle, bei Nacht 3 rote Lichter senkrecht übereinander.

Rügen (Deutschland) und Świnoujście (Polen)

An den Küsten Mecklenburg-Vorpommerns und im Stettiner Haff ist die Navigation in der Regel einfach, das es zahlreiche Landmarken, betonnte Fahrwasser und Leuchtfeuer gibt. Auch Radar funktioniert mit guten Ergebnissen und der GPS-Empfang entspricht dem Standard.  Die Boddengewässer und das Haff erfordern hingegen eine sehr genaue Navigation. Oft sind zwischen den einzelnen Bodden nur schmale Baggerrinnen befahrbar und Untiefen reichen bis direkt an die Fahrrinne heran. Manchmal gibt es nicht mehr betonnte Gefahrenstellen, wie Einzelsteine mitten im Bodden. Auch können aktive Bagger aufgrund von Untiefen nicht immer außerhalb der Fahrrinne passiert werden. Besonders bei Hiddensee ist das Fahrwasser sehr eng und durch zahlreiche unbefeuerte Tonnen markiert. Nachtfahrten sollte man hier vermeiden. An engen Durchfahrten entsteht oft Strom, viele Flachstellen sind nur in den Seekarten zu erkennen. Vor Ummanz, in der Wieker Bucht und vor Breege liegen zudem Steinfelder. Wer „rund Rügen“ segelt, der sollte die Windverstärkung durch Kap- und Düseneffekt, sowie plötzlich auftretende Fallböen, oft mit hohem Seegang, berücksichtigen. Der Greifswalder Bodden ist von Land umgeben – dennoch kann auch hier bei Starkwind eine kurze steile See auftreten. Vor den Küsten befinden sich ausgedehnte Flachwasserzonen, die bei entsprechende Wetter viel flacher sind als in den Karten angegeben. Eine gefährliche Untiefe ist vor allem Großstubber ungefähr in der Mitte des Greifswalder Boddens. Eine Gefahr stellen auch die Reusen der Fischer dar, die manchmal schwer zu erkennen sind. Bei Thiessow besteht die Gefahr, versehentlich in die Ostsee zu geraten.

Skåne (Schweden)

Alle Häfen an der schwedischen Südküste neigen zur Versandung, daher ist die Wassertiefe oft geringer als angegeben. Da die Wassertiefe aber ansonsten bis auf 0,25 – 0,5 sm an die Küste heranreicht, kann man hier gut unter Land segeln. Nur bei auflandigem Wind besteht Brandungsgefahr. Am Sandhammaren kann bei Nordostwind eine gefährlich steil See aufkommen. Bei starken Südwestwinden muss man zudem mit Stromversetzung rechnen. Bei Kabusa, 3 sm östlich von Ystad besteht ein  Schießgebiet. Während der Übungen schützen Wachfahrzeuge das Gebiet. Nur noch wenige militärische Schutzgebiete dürfen nicht befahren werden. Gewarnt wird in den Handbüchern vor den gelben Spierentonne mit Kreuz südöstlich von Smygehamn. Vom 1. Juli bis 31. Dezember werden damit schlecht sichtbare Aalreusen markiert, die man seewärts passieren sollte.